Joy Division

Diskographie
Song Chronologie

art inspired by joy division © martin fuchs

Joy Division
"Preston 28 February 1980"
(NMC/Factory Records)

Joy Division waren keine Punkband, gleichwohl wären sie ohne Punk nie entstanden. Gegründet 1977, noch unter dem Namen Warsaw, veröffentlichten sie 1979 und 1980 die beiden wegweisenden LPs "Unknown Pleasures" und "Closer". Am 18.Mai 1980, vor dem Abflug zu ihrer ersten US-Tournee und Veröffentlichung der zweiten LP, deren Cover ein viktorianischer Grabstein ziert, erhängte sich ihr Sänger Ian Curtis. Kurz vorher hatten sie ihren größten Hit veröffentlicht, "Love Will Tear Us Apart". Das alles ist jetzt 20 Jahre her und trotzdem sind Joy Division - oder vielleicht auch gerade deshalb - über die Jahre zum Mythos herangewachsen, einem role model für alles, was mit Düsternis an sich zu tun hat.Gegen diesen Kult können weder die Erinnerungen von Deborah Curtis ("Aus der Ferne...", Die Gestalten Verlag, Berlin), die sich mit "der junge Künstler als Arschloch" zusammenfassen lassen (das müsste mensch noch mal genauer diskutieren), noch dieser Konzertmitschnitt aus ihren letzten Monaten. Während sich im nachhinein fast alle Platten als Hinweise auf die kommende Tragödie interpretieren lassen findet sich auf diesem eher unprofessionellen Livemitschnitt nichts davon. Trotz technischer Probleme ist eine Band voller Energie und Vision zu hören, mächtige und krachige Gitarrenriffs und ein wilder Sänger, die Goth-Elemente tauchen nur am Rand auf. An Energie steht diese CD einem ordentlichen Punkkonzert in keinster Weise nach. Daher meine Warnung an alle Wimps und Kuttenträger: Finger weg, dass ist viel zu wild für Euch.

© 2000 Martin Fuchs, zuerst veröffentlicht in LOUNGE #9 (Hannover), April 2000

joy division record cover

Diskographie Teil 1: 1976-78 / Diskographie Teil 1: 1979 / Diskographie Teil 3: 1980 / Song Chronologie
Updated 2001-07-31
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